Kompl. – Namensbildung
Bei der Nomenklatur von Komplexen muss zwischen der formelmäßigen Wiedergabe+ eines Komplexes durch die chemischen Symbole und der eigentlichen Benennung des Komplexes unterschieden werden. Als Beispiele für die formelmäßige Wiedergabe können folgende Komplexe des Metalls Platin dienen:
[Pt(NH3)6]4+; [PtCl2(NH3)4]2+; [PtCl6]2–
Folgende Merkmale sind bei der formelmäßigen Wiedergabe zu beachten
- Der eigentliche Komplex wird in eckige Klammern gesetzt
- In den eckigen Klammern wird zuerst das Zentralion oder Zentralatom geschrieben, dann die anionischen, dann die neutralen Liganden.
- Die Reihenfolge der Liganden sollte in jeder Klasse (alle anionischen, alle neutralen Liganden etc.) durch die alphabetische Reihenfolge der entsprechenden Symbole gegeben sein.
Zur Bezeichnung der Komplexe
Die Benennung der Komplexe erfolgt nach einem speziellen Nomenklatursystem, das in drei Schritten entwickelt werden soll.
Zuerst werden die Liganden in alphabetischer Anordnung aufgeführt ohne Rücksicht auf ihre Anzahl (d.h. di bzw. tri etc. zählen nicht bei der Namensgebung!).Jedem anionischen Liganden wird ein „o“ angehängt, das seine Funktion als Ligand charakterisieren soll. Das Sulfat-Anion, SO42– , als Ligand heißt also „Sulfato“, das Hydrid-Anion, H–, als Ligand heißt „Hydro“ oder „Hydrido“, das Acetat-Anion, H3CCO2–, wird als „Acetato“ bezeichnet. Die Anzahl eines bestimmten Ligandentyps wird als griechische Zahlsilbe vor der Liganden-bezeichnung angegeben.
Diese Zahlensilben sind: 1 mono 2 di 3 tri 4 tetra 5 penta 6 hexa 7 hepta 8 octa 9 nona 10 deca 11 undeca 12 dodeca
Nach den Liganden kommt die Bezeichnung des Zentralions bzw. -atoms. Bei anionischen Liganden des Typs [ZALn]m – (ZA = Zentralatom, L = Ligand) wird dem lateinischen Namen des Zentralions ZA die Endsilbe „at“ angehängt. Der Name des Kations wird vor die Bezeichnung des Komplexes gesetzt und mit einem Bindestrich abgetrennt.
Hinter die Bezeichnung des Komplexes kann in runden Klammern entweder die Ladung des Zentralteilchens als römische Zahl oder die Ladung des Gesamtkomplexes in einer arabischen Zahl gesetzt werden.
Ein Beispiel zur Nomenklatur: Na[Al(OH)4]
Nach Regel 1 handelt es sich um einen Tetrahydroxido-Komplex. Da als Gegenion ein Natrium- Kation fungiert, wird diese Komplexverbindung als Natriumtetrahydroxoaluminat bezeichnet. Der Komplex [Al(OH)4]– ist anionisch, also liegt nach Regel 2 ein Aluminat vor.
Vier Hydroxid-Anionen sind die Liganden.
Die – in diesem Fall allerdings unnötige – Bezeichnung der Oxidationsstufe und Ladungen erfolgt nach
Regel 3: Natriumtetrahydroxoaluminat (III) oder Natriumtetrahydroxoaluminat(1–).